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Zwei Wege, ein Weg

Carolines Weg

Caroline begann ihre Karriere im Yoga – doch der eigene Ehrgeiz wurde ihr zum Verhängnis. Eine Rückenverletzung zwang sie, innezuhalten und nach Alternativen zu suchen. So entdeckte sie Pilates: kontrollierter, kraftaufbauend, frei von esoterischem Beiwerk und deutlich leichter an andere Menschen weiterzuempfehlen. Dennoch hat Caroline Yoga nie ganz losgelassen. Immer wieder brachte sie Yoga-Elemente in ihre Klassen ein – nicht nur für Abwechslung, sondern um dem Yoga Raum zu geben und es weiter zu erforschen.

Petars Weg

Petar begann seine Yoga-Reise mit Anfang zwanzig, als die Dotcom-Blase platzte. Er kam aus dem Technologieumfeld und hatte für große Konzerne gearbeitet. Während des Zusammenbruchs begegnete er einem recht bekannten Unternehmer, dessen börsennotiertes Unternehmen im Rahmen der Dotcom-Krise liquidiert wurde. Bei Google lernte Petar verschiedene Programme und Techniken kennen – unter anderem das Search Inside Yourself-Programm, in dessen Aufbauteam er mitwirkte. Ein Meditationsprogramm, das ihm einen tiefen Einblick gab, wie diese Konzerne denken und arbeiten.

Der Mönch im Silicon Valley

In Palo Alto, direkt vor dem Apple Store, traf Petar auf einen Hare-Krishna-Mönch, der ihm die Bhagavad Gita näherbringen wollte. Petar hatte damals kein Interesse. Der Mönch war jedoch so freundlich und sympathisch, dass Petar im Gespräch blieb – bis er schließlich sagte: „Okay, ich spende gerne zehn Dollar. Ohne Erwartung einer Gegenleistung, ohne Erwartung, das Buch dafür zu bekommen." Das Buch wirkte hochwertig, war groß und schwer. Da zückte der Mönch sein Handy mit einem Kartenlesegerät und sagte: „Kein Problem. Ich bin ein Mönch im Silicon Valley – ich nehme auch Kreditkarten."

Die Situation überraschte Petar so sehr, dass er lachend seine Kreditkarte zückte und die zehn Dollar abbuchen ließ. Am Ende schenkte ihm der Mönch das Buch dennoch.

Auf dem Weg nach Hause war Petar vollbepackt – ein Kollege hatte ihn gebeten, einen Fahrradrahmen aus den USA mitzunehmen. Die Bhagavad Gita passte nicht mehr in den Koffer und musste die ganze Reise über in der Hand getragen werden. Auf dem Weg zum Flughafen, ins Flugzeug hinein und wieder heraus gab es mehrere Momente, in denen Petar das Buch beinahe liegen ließ. „Zehn Dollar, das ist okay", dachte er sich. Doch aus irgendeinem Grund trug er es weiter. Bis sicher nach Hause.

San Francisco – aber nicht das in Kalifornien

Im Februar 2015 sollte sich ein Ort namens San Francisco als schicksalhaft erweisen. Nicht San Francisco in Kalifornien, USA – sondern ein winziges Dorf mitten in Peru, am Amazonas.

Verzweiflung und Schmerz hatten beide unabhängig voneinander an diesen Ort geführt. Caroline nach einer gescheiterten Beziehung, Petar nach einem Burnout in der Techwelt. Beide hatten sich für ein Retreat bei einem Schamanen eingeschrieben, um mit medizinischer Pflanzenarbeit den eigenen Schmerz zu bearbeiten, ihn loslassen zu können, wieder in die Lebensfreude zu finden – einen Ausblick auf die Zukunft zurückzugewinnen und sich wieder lebendig zu fühlen.

Weder Caroline noch Petar hatten irgendwelche Absichten. Sie verstanden sich gut, lachten gemeinsam, begegneten einander mit Respekt – und sahen weniger zwischen sich, als vielleicht die Menschen um sie herum.

Im Dschungel

Die Tage im Dschungel waren geprägt von sehr einfachem Essen – bis hin zu ausbleibendem Essen –, von großen, stechenden Moskitos und von den Yoga-Übungen, die Caroline der Gruppe anbot. Und von der Zeit, die Petar damit verbrachte, die Bhagavad Gita zu lesen – jenes Buch, das er zuvor im Silicon Valley von einem Mönch erhalten hatte.

Die Zeremonie

An Petars Geburtstag plante der Schamane eine besondere Zeremonie, die er ursprünglich ausschließlich Petar widmen wollte, da sein eigener Sohn einen Tag zuvor Geburtstag hatte und er diese Verbundenheit ehren wollte. Doch dann kam eine spontane Eingebung – und der Schamane entschied, Caroline in diese Zeremonie mit hineinzubringen.

Die Kommunikation mit dem Schamanen war eingeschränkt. Er sprach Spanisch, Caroline sprach Spanisch – da fand ein Austausch statt. Petar sprach kein Spanisch und konnte sich nur mit Händen und Füßen verständigen. Was der Schamane sich für die einzelnen Tage vorstellte, blieb daher unklar. So war es für Petar auch bedeutungslos, ob jemand dazukam oder nicht.

Es wurde eine schwierige Nacht. Voller Arbeit, Schmerz loslassen, aber auch voller Gesang und Freude – zweifellos ein losgelöster Prozess, für Caroline und Petar jeweils auf ganz eigene Weise.

Erst als die Nacht sich ihrem Ende zuneigte und der Schamane den Kreis schloss, nahm er Caroline unter seinen linken Arm und Petar unter seinen rechten. Alle drei saßen so für einige Minuten beieinander, während der Schamane etwas in seiner Muttersprache murmelte. Es war ein besonderer, magischer Moment – wie ein Kondor, der seine Flügel um seine Kinder legt, mit den besten Intentionen.

Die sieben Stunden

Im Anschluss saß Petar unerwartet sieben Stunden lang in einer Meditation – obwohl er vorher wahrscheinlich nie länger als fünfzehn Minuten im Schneidersitz verbracht hatte. Dieses Erlebnis führte zu einem Zustand, der sich so anfühlte, als sei alles eins – wie es auch in der Lehre des Yoga, in der Tradition beschrieben ist: Alles ist Eins.

In dieser Nacht gab es für Petar sowohl die Bestätigung, dass Caroline die Frau an seiner Seite sein würde, als auch, dass das, was er suchte, Yoga war.

Von der Begegnung zur Familie

Caroline und Petar wurden ein Paar – und sechs Monate später waren sie verheiratet. Von da an drehte sich alles darum, nicht nur eine eigene Familie zu gründen, sondern auch das Erfahrene weiterzugeben: das Zusammenspiel von Schmerz und Lebensfreude, von Kontraktion und Expansion, von Körper und Geist.

Einen Weg zu finden, in angemessenen Worten und ohne esoterische Romantik, glaubwürdig, verständlich und mit Demut weitergeben zu dürfen – das war das Ziel. Doch beide mussten noch weiter wachsen und reifen. Sich trauen, sich zu öffnen. In das Vertrauen gehen, dass die Menschen sie schon verstehen würden.

Die gemeinsame Yoga-Reise

Es begann eine gemeinsame Reise über verschiedene Yoga-Arten, Techniken, körperliche Übungen, Meditationen – und auch physische Reisen. Im Februar besuchten sie Sadhguru in Coimbatore in Südindien. Caroline war zu diesem Zeitpunkt schwanger mit ihrem ersten gemeinsamen Sohn. Auch hier durfte Petar mystische Erfahrungen sammeln, die sich kaum in Worte fassen lassen und wahrscheinlich auch für niemand anderen einen Informationsgehalt hätten – denn jeder Mensch ist auf seiner eigenen Reise.

Vertiefung

Was folgte, waren viele Jahre der Vertiefung. Caroline begann sich im Ayurveda zu vertiefen, da es konkrete Anlässe gab – wie die Neurodermitis ihres Sohnes. Petar vertiefte sich weiter in Yoga.

Dem Kosmos vertrauen

Über die Zeit lernten wir – und sind immer noch in diesem Prozess –, dem Universum, dem Kosmos zu vertrauen. Auch wenn wir vieles nicht verstehen. Auch wenn es manchmal Jahre braucht, bis sich Antworten zeigen. Bis sich Konflikte auflösen.

Ein Beispiel: Petar verlor seinen Bruder im Alter von zwölf Jahren bei einem Verkehrsunfall. Der 17. Dezember 1987 galt seitdem als Trauertag und brachte eine besondere Schwere über die Weihnachtszeit. Unser jüngster Sohn wurde am 16. Dezember 2021 geboren – und schaffte es so, nicht nur die Depression der Großmutter aufzuhellen, sondern auch die kommenden Weihnachtszeiten wieder mit Licht zu füllen.

Es gibt viele solcher Beispiele in unserem Leben, die wir erzählen könnten und die einen ähnlichen Bedeutungsgrad tragen. Was wir damit sagen wollen: Auch Zahlen und Ereignisse spielen eine Rolle in unserem Leben. Sie geben uns Hinweise, Signale und Geschichten, die uns helfen, uns besser zu orientieren und durch das Leben zu gehen.

Warum sollten wir diese Dinge ignorieren?

Auch das versuchen wir, nach und nach in unsere Arbeit zu integrieren.

Hari Om

Caroline & Petar